Torwarthandschuhe verbessern

Mit voller Kraft aufs Tor – Fußballspieler feuern Elfmeterbälle mit durchschnittlich 120 Kilometern pro Stunde ab. Die Kräfte sind so stark, dass sich Torhüter leicht die Finger überdehnen und verletzen können. Auf dem Markt existieren deshalb Torwarthandschuhe mit Kunststoffschienen, die an der Außenhand angebracht sind. Dieser Fingerschutz verbiegt sich jedoch bei starker Dehnung schnell und schränkt die Flexibilität der Hände ein. Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) entwickeln deshalb mit ihrem Partner T1TAN einen flexiblen Finger-Überdehnungsschutz, der vor Extrembelastungen schützt, ohne die Sinneswahrnehmung zu beeinträchtigen. Das innBW-Institut setzt dabei auf Textilien mit Kraft-Dehnungsmechanik. Die textilen Bänder werden fest in den Handschuh eingenäht und leiten die Kräfte von den Fingerspitzen über eine Manschette im Handgelenk in den Unterarm. Die Schutzvorrichtung lässt sich so einstellen, dass sie zur Handlänge des Spielers und der individuell benötigten Vorspannung jedes Fingers passt. Das soll 90 Prozent der Verletzungen, die durch Überdehnung entstehen, verhindern. 

Um die Wirkung zu testen, wurde an den DITF ein „Handschuhprüfstand“ aufgebaut. Er besteht aus einer Ballkanone und einem speziell entwickelten Handdummy für den Torwarthandschuh. Die Ballkanone schießt mit Geschwindigkeiten von 20 bis 120 Kilometer/Stunde und aus unterschiedlichen Ballauswurfwinkeln Hinter dem Handschuh ist eine Druckmessdose installiert, die die „Restaufschlagskraft“ auf die Hand ermittelt. Diese ist bei dem neu entwickelten Torwarthandschuh so gering, dass der Torwart wirksam vor einer Überdehnung der Finger geschützt ist. 

Das Forschungsprojekt wird im September 2021 abgeschlossen sein. „Es ist gut möglich, dass schon bei der Weltmeisterschaft in Katar die neue Technologie Standard ist“, sagt Oswald Rieder, Leiter des Technologiezentrums Maschentechnik am DITF. Das Forschungsprojekt wird im Rahmen des Zentralen Innovationsprogrammes Mittelstand (ZIM) gefördert. 

Über die DITF

Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DITF) sind das größte Textilforschungszentrum in Europa mit mehr als 300 wissenschaftlichen und technischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Als einzige Textilforschungseinrichtung weltweit decken sie auf einer Fläche von über 25.000 Quadratmetern die gesamte Produktions- und Wertschöpfungskette von Textilien ab. Seit 1921 bearbeiten die DITF alle wichtigen textilen Themenfelder. Die DITF zählen zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen auf diesem Gebiet. 

www.ditf.de

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DITF – Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung

Prof. Dr.-Ing. Götz T. Gresser
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