Reallabore der Energiewende: ZSW erreicht Etappenziel

 

Grüner Wasserstoff birgt ein enormes Potenzial für die Energiewende: Der gasförmige Energieträger kann Ökostromüberschüsse aufnehmen und anderen Sektoren wie der Wärmeversorgung oder dem Verkehr zur Verfügung stellen. Das hebt den Anteil erneuerbarer Energien und senkt klimaschädliche Schadstoffemissionen. Einen Schritt, um die Technologie marktfähig zu machen, unternimmt das innBW-Institut Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) in Grenzach-Wyhlen an der Schweizer Grenze. In der dortigen Power-to-Gas-Anlage erprobt das Institut gemeinsam mit Industriepartnern seit Ende 2018 die Herstellung von grünem Wasserstoff mit Ökostrom aus einem benachbarten Wasserkraftwerk am Rhein. Nun hat das Bundeswirtschaftsministerium das Leuchtturmprojekt zu den 20 Gewinnern der ersten Runde beim Ideenwettbewerb „Reallabore der Energiewende“ ernannt. Damit können die Projektpartner im nächsten Schritt Fördergelder beim Bund beantragen, 100 Millionen Euro stehen jährlich zur Verfügung.

Das Vorhaben mit dem Namen „H2 Wyhlen“ soll untersuchen, wie die Wasserstofferzeugung am Wasserkraftwerk Wyhlen in die weitere Energieinfrastruktur der angrenzenden Quartiere und Industriegebiete integriert werden kann und welche Verwertungspfade wirtschaftlich tragfähig sind. Dabei geht es nicht nur um die Nutzung von Wasserstoff in den Sektoren Gebäude, Verkehr und Industrie, sondern auch um die bei der Erzeugung anfallenden Abwärme.

„Wir wollen gemeinsam mit unseren Partnern die Erzeugung, Speicherung und Nutzung von grünem Wasserstoff vorantreiben“, sagt Dr. Marc-Simon Löffler, Leiter des ZSW-Fachgebiets Regenerative Energieträger und Verfahren. „Damit können wir die Region am Hochrhein zu einem Vorreiter bei der Nutzung erneuerbarer Energien in allen Sektoren machen. Das ist gut für den Klimaschutz und birgt großes Potenzial für die Wirtschaft.“ Betreiber der kommerziellen Anlage, die im November 2018 eingeweiht wurde, ist der Energieversorger Energiedienst AG. Wirtschaft und Forschung beteiligen sich ebenfalls an dem Projekt, das Land Baden-Württemberg fördert es mit 4,5 Millionen Euro.

Über das ZSW

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) gehört zu den führenden Instituten für angewandte Forschung auf den Gebieten Photovoltaik, regenerative Kraftstoffe, Batterietechnik und Brennstoffzellen sowie Energiesystemanalyse. An den drei ZSW-Standorten Stuttgart, Ulm und Widderstall sind derzeit rund 260 Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker beschäftigt. Hinzu kommen 90 wissenschaftliche und studentische Hilfskräfte. Das ZSW ist Mitglied der Innovationsallianz Baden-Württemberg (innBW), einem Zusammenschluss von 13 außeruniversitären, wirtschaftsnahen Forschungsinstituten.

www.zsw-bw.de

 

 

ZSW

Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg

Prof. Dr. Frithjof Staiß
Meitnerstr. 1
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Tel.: 0711 7870-0
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