Forschungsfabrik für Brennstoffzellen in Ulm nimmt Gestalt an

Mit grünem Wasserstoff betankte Brennstoffzellenautos könnten den CO2-Ausstoß im Verkehrssektor drastisch senken. Doch die Produktion der Brennstoffzellen ist aufwändig und erfolgt bislang meist per Hand in kleinen Stückzahlen. Um die Großserienproduktion von Brennstoffzellen voranzutreiben und damit die Kosten zu senken, soll künftig am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) in Ulm im Rahmen des Projekts „HyFaB-Baden-Württemberg“ eine Forschungsfabrik für Brennstoffzellen und Wasserstoff entstehen. Das innBW-Institut ZSW soll dafür bis 2021 erheblich ausgebaut werden. Ziel ist, die Fertigungsprozesse zur Produktion von Brennstoffzellen zu erforschen und die Zulieferindustrie zu stärken. Gefördert wird HyFaB sowohl vom Arbeits- als auch vom Umweltministerium Baden-Württembergs.

Auch das Bundesverkehrsministerium plant nun eine finanzielle Unterstützung der Erforschung öffentlicher Projekte mit der Industrie mit 30 Millionen Euro. Um das Projekt zu konkretisieren, traf sich Ende Juni 2020 eine Delegation um Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsministerium und Koordinator der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik, Ronja Kemmer, Mitglied des Bundestages sowie Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch mit führenden Vertretern des Forschungsinstitutes am ZSW.

Im Projekt HyFaB soll die für die Großserienproduktion notwendige, neue und automatisierte Fertigungstechnologie entwickelt werden. Die Schaffung der dazugehörigen, standardisierten Qualitätsmethoden ist wesentlich für den Aufbau einer schlagkräftigen Zulieferindustrie und eines kompetenten Maschinenbaus. Auch die Ausbildung von Fachkräften wird ein wichtiger Bestandteil des Projektes sein. „Wir unterstützen das Ziel von HyFab uneingeschränkt, die Erforschung von Fertigungsprozessen zur Produktion von Brennstoffzellen voranzutreiben“, sagte Steffen Bilger. Der Bund sehe darin große Chancen für die deutsche Industrie, man habe vor allem wichtige Branchen wie den Maschinenbau und die Autozulieferer im Blick. „Ulm kann damit seine Bedeutung als bedeutender nationaler Standort in der Brennstoffzellenforschung ausbauen.“ HyFaB wurde zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und vielen Partnern aus der Industrie entwickelt.

Über das ZSW:

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) gehört zu den führenden Instituten für angewandte Forschung auf den Gebieten Photovoltaik, regenerative Kraftstoffe, Batterietechnik und Brennstoffzellen sowie Energiesystemanalyse. An den drei ZSW-Standorten Stuttgart, Ulm und Widderstall sind derzeit rund 280 Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker beschäftigt. Hinzu kommen 100 wissenschaftliche und studentische Hilfskräfte. Das ZSW ist Mitglied der Innovationsallianz Baden-Württemberg (innBW), einem Zusammenschluss von 13 außeruniversitären, wirtschaftsnahen Forschungsinstituten.

www.zsw-bw.de

ZSW

Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg

Prof. Dr. Frithjof Staiß
Meitnerstr. 1
70563 Stuttgart
Tel.: 0711 7870-0
info@zsw-bw.de
www.zsw-bw.de

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