Forschung für Herzpatienten

 

Forscher des innBW-Instituts Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut (NMI) an der Universität Tübingen haben zusammen mit Partnern ein Forschungsprojekt gestartet, das eine bessere Behandlung von Herzerkrankungen ermöglichen soll. In dem Verbundprojekt PolyKARD wollen die Institute und Unternehmen ein Polymer entwickeln, das den natürlichen Eigenschaften des Herzbeutelgewebes entspricht. Der besonders feste und gleichzeitig elastische Stoff schützt das Herz und hält es in der richtigen Lage. Für die Konstruktion von Ersatzherzklappen oder zum Verschluss von Löchern in der Herzscheidewand wird das Gewebe häufig von Ärzten genutzt – jedoch stammt das Material von Tieren und weist nur eine begrenzte Nutzungsdauer auf. Die Neuentwicklung könnte dies ändern und eine bessere Qualität aufweisen. Der Teilauftrag des NMI in dem Projekt besteht darin, mittels Elektrospinning einen faserbasierten Stoff zu entwickeln und ihn auf seine Verträglichkeit mit dem menschlichen Körper zu testen.

Gegenüber der Nutzung von tierischem Gewebe hat das chemische Material den Vorteil, ethisch bedenkenlos und potenziell von höherer Qualität zu sein. Zudem wäre es unbegrenzt haltbar, da es nicht nach einiger Zeit verkalkt und verhärtet wie der Herzbeutel von Schweinen oder Rindern. Das kürzlich angelaufene Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren und ist Teil der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Maßnahme ProMatLeben - Polymere. Beteiligt sind neben dem NMI auch die Firmen AdjuCor, Young Optics Europe und Por3dure sowie das Fraunhofer IAP.

Über das NMI

Das NMI betreibt anwendungsorientierte Forschung an der Schnittstelle von Bio- und Materialwissenschaften. Ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftlern erschließt neue Technologien für Unternehmen und öffentliche Forschungsförderer in den Geschäftsfeldern Pharma- und Biotechnologie, Oberflächen- und Werkstofftechnologie sowie Biomedizintechnik. Das Institut mit Sitz in Reutlingen versteht sich als Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft: Es arbeitet eng mit Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen zusammen und bedient seit vielen Jahren ein großes Spektrum an mittelständischen und großen Unternehmen. Am NMI arbeiten rund 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gegründet wurde es 1985.

www.nmi.de

 

 

NMI

Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut an der Universität Tübingen

Prof. Dr. Katja Schenke-Layland
Markwiesenstraße 55
72770 Reutlingen
Tel.: 07121 51530-0
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