DITF forschen an Carbonfasern aus Buchenholz

 

Nachhaltigkeit spielt in der Herstellung industrieller Materialien aller Art eine immer größere Rolle. Zurzeit ist die Nutzung nachwachsender Rohstoffe jedoch oft teuer und selten. In einer neuen Forschungskooperation wollen die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) deshalb daran arbeiten, Buchenholz für technische Anwendungen künftig kostensparend nutzen zu können. Geplant ist, aus Stoffen des klimaneutralen Buchenholzes strapazierfähige Carbonfasern zu entwickeln. Diese Fasern sollen dann in zahlreichen Industriesektoren zum Einsatz kommen. Die Forschungsarbeiten werden in einem neuen Forschungszentrum für Laubholz stattfinden. Am 9. August 2019 hat das innBW-Institut DITF dazu mit dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg eine Forschungskooperation vereinbart. Auch der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk war in Denkendorf vor Ort.

Mit Carbonfasern verstärkte Materialien gewinnen nicht nur im Fahrzeugbau und in der Raumfahrt, sondern auch im Bauwesen und in vielen anderen Branchen an Bedeutung, da sie hitzebeständig und belastbar sind. Bisher werden Carbonfasern in erster Linie aus Polyacrylnitril hergestellt. Dieser Ausgangsstoff basiert auf Erdöl und setzt bei der Produktion von Carbonfasern toxische Nebenprodukte frei, die aufwendig gereinigt werden müssen. Hier ist die Buche eine geeignete Alternative: Sie ist reichlich vorhanden, nachhaltig und CO2-neutral. Den DITF ist es im Labormaßstab bereits gelungen, aus Buchenzellstoff und Buchenlignin mit einem neuen, energie- und kostensparenden Verfahren Carbonfasern herzustellen. Damit ist die Nutzung des Buchenholzes nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll. Diesen Forschungsschwerpunkt werden die DITF-Forscher in das Forschungszentrum Laubholz einbringen.

„Ich bin beeindruckt von der Vielfalt der möglichen und bereits entwickelten Verfahren zur Herstellung von Carbonfasern. Die Zeit ist reif für eine großtechnische Anwendung“, sagte Minister Hauk nach dem Rundgang durch die Technika der DITF.

Über die DITF

Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DITF) sind das größte Textilforschungszentrum in Europa mit mehr als 300 wissenschaftlichen und technischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Als einzige Textilforschungseinrichtung weltweit decken sie auf einer Fläche von über 25.000 Quadratmetern die gesamte Produktions- und Wertschöpfungskette von Textilien ab. Seit 1921 bearbeiten die DITF alle wichtigen textilen Themenfelder. Die DITF zählen zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen auf diesem Gebiet.

www.ditf.de

 

DITF

Institut für Textil- und Verfahrenstechnik Denkendorf

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