Wir sind die 
Innovation
Leidenschaftlich forschen. Verbindend denken. Zuverlässig handeln.

Ansprechpartner

Anke Fellmann
Tel. 07121 51530 842

> E-Mail

06.09.2017

DITF und Hohenstein forschen an Fluor-freien Membranen

Die DITF forschen zusammen mit dem Hohenstein Institut für Textilinnovation an umweltfreundlicheren Materialien für Outdoorkleidung. Foto: iStock photos shironosov

Die DITF forschen zusammen mit dem Hohenstein Institut für Textilinnovation an umweltfreundlicheren Materialien für Outdoorkleidung. Foto: iStock photos shironosov

Funktionstextilien sind wasser- und schmutz-abweisend sowie atmungsaktiv. Dass an ihnen alles abperlt und trotzdem Schweiß entweichen kann, liegt häufig an einer mikroporösen Membran aus Polytetrafluorethylen (PTFE). Einzelne Schritte bei deren Herstellung haben sich jedoch als umweltschädlich erwiesen und die Membran ist aufwändig in der Verarbeitung. Immer mehr Hersteller von Outdoor- und Arbeitskleidung suchen daher nach neuen Materialien. Eine Alternative auf Basis von Polypropylen (PP) entwickeln derzeit die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) und das Hohenstein Institut für Textilinnovation .

PP-Membrane sind aussichtsreiche Kandidaten für nachhaltige, umweltfreundliche Funktions-, Arbeits- und Schutzbekleidung. Darüber hinaus haben sie ein hohes Kosteneinsparpotenzial. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts aus Baden-Württemberg sollen kleinen und mittelständischen Betrieben helfen, neue Produkte zu entwickeln.

Mikroporöse Membranen haben winzig kleine Poren. Durch sie passt kein Wasser in flüssiger Form hindurch. Sie sind aber so groß, um Wassermoleküle in gasförmigem Zustand nach außen zu lassen. Das trägt entscheidend zur Schutzfunktion und zum Tragekomfort von Textilien bei. Eine Alternative zu den in den vergangenen Jahren in die Kritik geratenen

PTFE-Membranen sehen die Forscher in der Entwicklung von Polypropylen-Membranen. Der Vorteil gegenüber dem bisher verwendeten Material ist die geringere Umweltbelastung bei der Herstellung, Verarbeitung und Entsorgung. Auch soll die Herstellung kostengünstiger erfolgen können. Polypropylen ist der am zweithäufigsten verwendete Standardkunststoff und wird häufig in Verpackungen verwendet.

In dem interdisziplinären Forschungsprojekt erarbeiten die Wissenschaftler aus Denkendorf und Bönnigheim zuerst Basiswissen und anschließend Verfahrensgrundlagen zum Fügen von mikroporösen PP-Membranen als atmungsaktive wasserabweisende Barrierelagen in textilen Verbund-systemen. Funktionelle Prüfungen der Einsatztauglichkeit und Ökobilanzierungen sowie Kostenanalysen ebnen den späteren Weg in die Anwendung. Die beiden Forschungsinstitute führen das Projekt zusammen mit Unternehmen und Zulieferern entlang der gesamten Wertschöpfungskette durch.

Über die innBW-Institute DITF

Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DITF) sind das größte Textilforschungszentrum in Europa mit mehr als 300 wissenschaftlichen und technischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Als einzige Textilforschungseinrichtung weltweit decken sie auf einer Fläche von über 25.000 Quadratmetern die gesamte Produktions- und Wertschöpfungskette von Textilien ab. Seit 1921 bearbeiten die DITF alle wichtigen textilen Themenfelder. Die  DITF zählen zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen auf diesem Gebiet.

www.ditf.de

Über das innBW-Institut Hohenstein Institute

Die Hohenstein Institute gehören mit insgesamt rund 500 Mitarbeitern am Standort Bönnigheim sowie in weltweit über 40 Kontaktbüros zu den bedeutendsten unabhängigen Forschungs- und Prüfungseinrichtungen im textilen Sektor. Anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung von innovativen Produkten und Verfahren sowie ein breites Spektrum von Textilprüfungen und Zertifizierungen bilden das Hauptgeschäft. Auftraggeber sind Industrie und Handel. Die Hohenstein Institute wurden 1946 gegründet und werden bis heute als Familienunternehmen geführt.

www.hohenstein.de